Schmerztherapie

Schmerztherapie – Behandlungsmöglichkeiten

Rückenschmerzen sind die häufigste Ursache für den Gang zum Arzt. Bei jungen Menschen ist oftmals eine Funktionsstörung der Wirbelgelenke aufgrund von Fehl- oder Überbelastung die Ursache. In höherem Lebensalter stehen häufig Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule (zum Beispiel Arthrose) im Vordergrund.

Fehlhaltungen und einseitige Belastung der Wirbelsäule können u. a. auch zu Bandscheibenvorfällen führen. Vielfach kommt es auch zu entzündlichen Prozessen und dadurch zu anhaltenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Durch bildgesteuerte Rückenschmerztherapien (computertomographisch (CT)-gesteuerte Spritzen) wie die Periradikuläre Therapie (PRT) oder die Facettengelenksinfiltration (FGI) ist eine gezielte und wirksame Behandlung der Rückenschmerzen direkt am Ort des Geschehens möglich. Oft sind diese sog. Mikrotherapien eine schonende Alternative zur Operation. Dabei werden in die Region der schmerzauslösenden Strukturen (bei der FGI an die kleinen Wirbelgelenke und bei der PRT um die Nervenwurzel) Medikamente gespritzt, die eine Mischung aus entzündungshemmenden Cortisonpräparaten und einem örtlichen Betäubungsmittel enthalten.

Entscheidender Vorteil der computertomographisch gestützten Therapie gegenüber einer „blind“ gesetzten Schmerzinjektion ist die gezielte, millimetergenaue, bildgesteuerte Applikation des Medikamentes, um eine bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Die Medikamente können direkt am Ort des Geschehens effektiver und über einen längeren Zeitraum wirken als Tabletten. Um den gewünschten therapeutischen Erfolg zu erzielen, ist gelegentlich auch eine Serie mehrerer Behandlungen in ein- oder mehrwöchigen Abständen notwendig.

Bei etwa 80 Prozent der Patienten kommt es unter dieser Therapie zu einer deutlichen Besserung oder sogar völligen Schmerzfreiheit im betroffenen Gebiet.

Schmerztherapie – Einsatzmöglichkeiten

Vorrangig angewendet werden die periradikuläre Therapie und die Facettengelenksinfiltration bei allen Krankheitsbildern, die zu einer schmerzhaften Reizung der Rückenmarksnerven oder der kleinen Wirbelgelenke führen. Dazu gehören z. B.:

  • Akute und chronische Bandscheibenvorfälle
  • Spinalkanalstenosen (Einengungen des Wirbelkanals)
  • Akute und chronische Lendenschmerzen („Hexenschuss“)
  • Ischalgie (Ischias-Syndrom)
  • Facettengelenksarthrose (Verschleiß der Wirbelgelenke)
  • Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen
  • Foramenstenosen (Verengungen der Nervenkanäle)

Schmerztherapie – Untersuchungsablauf

Zunächst werden mittels Computertomographie Bilder zur Therapieplanung erstellt. Hierzu werden Sie auf dem Bauch liegend automatisch in die große rundliche Öffnung des Computertomographen gefahren. Die Öffnung hat eine ausreichende Größe, sodass Sie sich nicht eingeengt fühlen müssen.

Sie werden während der Untersuchung überwacht und haben jederzeit die Möglichkeit mit dem Assistenzpersonal über ein Mikrophon zu sprechen. Danach wird die Einstichstelle auf der Haut angezeichnet.
Nach ausgiebiger Desinfektion der Einstichstelle wird unter sterilen Bedingungen und unter computertomographischer Kontrolle eine sehr dünne Nadel an das krankhaft veränderte kleine Wirbelgelenk oder an den Nerven geführt. Anschließend erfolgt die Injektion des Medikamentes, meist bestehend aus einer Kombination aus örtlichem Betäubungsmittel und niedrigdosiertem Cortisonpräparat.

Nach Entfernung der Nadel und Anlage eines Pflasterverbandes ist die Untersuchung abgeschlossen. Die Dauer einer einzelnen Behandlung liegt bei ca. 5-10 Minuten. Nach Beendigung der Untersuchung müssen Sie sich mindestens 30 Minuten innerhalb unserer Praxisräume zur Beobachtung aufhalten.

Wichtig: Im Falle einer Betäubungsmittelapplikation dürfen Sie nach jeder Behandlung für ca. 6 Stunden nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen!

Schmerztherapie – Wirkungsweise der Medikamente

Das Betäubungsmittel soll für eine vorübergehende Schmerzausschaltung, das cortisonhaltige Präparat soll über eine Nervenabschwellung und Entzündungshemmung für eine Beschwerdelinderung sorgen.

Bei ca. 80% aller Patienten kommt es zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden, die in aller Regel über Wochen bis mehrere Monate anhalten kann.

Die gewünschte Wirkung wird in aller Regel aber erst nach mehrfacher Wiederholung der Behandlung eintreten.

Schmerztherapie – Risiken und Nebenwirkungen

Trotz größter medizinischer Sorgfalt kann es in Einzelfällen zu Komplikationen kommen:

häufig (1%): vorübergehendes Taubheitsgefühl/Muskelschwäche z.B. im Arm/Bein

selten (0,01% bis 0,1%): allergische Reaktionen auf die verabreichten Medikamente, Juckreiz, Hautausschlag

sehr selten (< 0,001%): schwere allergische Reaktionen mit Kreislaufschock, Herzversagen, Atemstillstand

sehr selten (< 0,001%): Bluterguss, Verletzung sowie Schädigung von Nerven, Infektionen, dauerhafte Störung der Nerven, Hirnhaut-/Rückenmarkshautentzündungen

extrem selten (< 0,0001%): Schlaganfall, Querschnittslähmung

Schmerztherapie – Kontraindikationen

Eine relative Kontraindikation stellt die Einnahme von Blutverdünnungsmitteln dar. Auch Unverträglichkeiten gegen Bestandteile des Medikamentencocktails können eine relative oder absolute Kontraindikation (Gegenanzeige) darstellen. Während einer Schwangerschaft sollten PRT und FGI grundsätzlich nicht durchgeführt werden.

Wir werden Sie daher im Vorfeld der Behandlung ausgiebig über Risiken, mögliche Nebenwirkungen und Maßnahmen zur Minimierung derselben informieren.

CT-gesteuerte Schmerztherapien können wir unseren Patienten in allen Praxen der RUHRRADIOLOGIE anbieten.